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Lueften : Gefürchteter Mitbewohner
03.04.2017 10:01 (9340 x gelesen)

Gefürchteter Mitbewohner


Wer Schimmel in der Wohnung entdeckt, muss nicht gleich um die Gesundheit fürchten. Er ist vor allem für kranke Menschen gefährlich. Entfernen sollte man den Pilz aber in jedem Fall.



 


Nur aus der Nähe hübsch: Schimmelpilz unter dem Mikroskop (oben) und im Haus. (Bild: MAURITIUS IMAGES)

Von Felicitas Witte

Muffig roch es seit einigen Wochen im ausgebauten Dachgeschoss. Vor zwei Jahren war die Familie in das Haus gezogen. Keiner konnte sich den modrigen Geruch erklären. Es wurde immer schlimmer, die Bewohner bekamen Husten und manche sogar Atemnot. Könnte es an der Dachisolierung liegen? Kurzerhand schnitten die Bewohner ein Loch in die Gipskarton-Platten, nahmen etwas Dämmmaterial heraus und liessen sie untersuchen. Die Übeltäter waren schnell gefunden: Schimmelpilze. Grosse Teile der Dämmstoffe und der äusseren Holzverschalung waren flächenweise schwarz gefärbt. In einem Speziallabor fand man grosse Mengen Schimmelpilze.

Hysterie am Rand der Badewanne

Weisse Stellen in der Blumenerde, grün-gräuliche am Badewannenrand: Schimmel verursacht in manchem Haushalt Angst und Panik. Hans Peter Seidl, Mikrobiologe an der Technischen Universität München und Spezialist für Pilzdiagnostik, ärgert sich immer wieder, wie unseriös das Thema Schimmelpilze behandelt werde und wie oft Laien mit falschen Aussagen verängstigt würden. «Viele schüren durch Schlagzeilen gezielt Ängste.» So sei von Aspergillen aus Blumenerde die Rede, die die Lunge einer «ahnungslosen Pflanzenfreundin» attackierten, oder von «Sporen aus der Biotonne», die eine «gefährliche Zeitbombe» sein könnten. Wer in der Wohnung Schimmel entdeckt, muss in der Regel nicht gleich Angst um seine Gesundheit haben. Es gibt allerdings auch Leute, für die ein Befall gefährlich werden kann.

«Schimmelpilze gehören zu unserem Leben dazu», sagt auch Gerhard Wiesmüller, Professor für Hygiene und Umweltmedizin am Unispital Aachen. «Dass sie krank machen, brauchen gesunde Menschen nicht zu fürchten. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist sehr gering.» Schimmelpilze bilden dünne Fäden und Sporen. Letztere sind so klein, dass sie in der Luft über weite Strecken schweben und eingeatmet werden können. In Räumen fliegen zwischen 100 und 1000 Sporen pro Kubikmeter in der Luft umher, in der Aussenluft sind je nach Jahreszeit und Vegetationsperiode mehr als 10 000 Sporen pro m3.

In Haus oder Wohnung bilden Schimmelpilze meist farbige, oft braune oder schwarze Flecken an Wänden, Decken oder Möbeln. Wachsen sie im Verborgenen, bemerkt man sie meist erst durch ihren modrigen Geruch.

Der britische Arzt Charles Blackley war vermutlich der Erste, der den Effekt von Schimmel auf die Gesundheit untersucht hat. 1870 unternahm er einen heldenhaften Selbstversuch und atmete Pilzsporen ein. «Ziemlich unangenehme Beschwerden» habe er dann bekommen, schreibt er und wünschte, er hätte sich dem nicht freiwillig ausgesetzt. Dafür, dass so viele Schimmelpilz-Sporen um uns herumfliegen, haben sich Forscher bisher wenig darum gekümmert.

«Bei der Forschung zu Schimmelpilzen hinken wir ziemlich hinterher», sagt Monika Raulf, Wissenschafterin am Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Ruhr-Universität Bochum. Was klar zu sein scheint: Schimmelpilze können eine Allergie auslösen, die sich meist wie Heuschnupfen oder Asthma äussert. Das Risiko ist höher, wenn man schon unter Heuschnupfen, Neurodermitis oder anderen Allergien leidet. Bei Peter Schmid-Grendelmeier, Allergologe am Unispital Zürich, stellen sich regelmässig Patienten mit Magen-Darm-Problemen vor, die denken, ihre Beschwerden kämen von Schimmelpilzen. «Eine Schimmelpilz-Allergie löst aber viel eher Symptome in den Atemwegen als im Bauch aus», sagt er. Bei Patienten mit Heuschnupfen oder Asthma steckt meist eine Allergie gegen Pollen, Katzen oder Hausstaubmilben dahinter. Tests helfen, eine Schimmelpilz-Allergie auszuschliessen.

Bei grossem Befall Fachleute holen

Ein weiteres Problem sei die Qualität der diagnostischen Tests, sagt Arthur Helbling, Allergologe am Inselspital in Bern. «Bei Allergie gegen Pollen oder Hausstaubmilben können wir nachweisen, gegen welches Eiweiss jemand allergisch ist. Aber bei Pilzen gibt es solche Tests bis jetzt nur für eine Handvoll Pilzarten – dabei gibt es in der Schweiz 10 000.» Auch eine durch Schimmelpilze verursachte Infektion zu bekommen, ist für gesunde Menschen sehr unwahrscheinlich. «Ein gesunder Mensch ist in der Lage, Pilze abzuwehren», sagt Helbling. «Für Menschen mit ausgeprägter Immunschwäche kann es gefährlich sein, Pilzsporen einzuatmen. Aber das kommt zum Glück total selten vor.»

Auch wenn das Risiko für gesunde Menschen sehr gering ist: Der Schimmel muss weg, sind sich die Experten einig. Wie das geht, erklärt das Bundesamt für Gesundheit in seiner Broschüre «Vorsicht Schimmel»: Kleinere Stellen lassen sich mit Wasser und Haushaltreiniger selbst beseitigen. Bei der Eigensanierung sind allerdings Vorsichtsmassnahmen nötig (siehe Box oben). Bei grösserem Befall ruft man besser Fachleute hinzu. «Das Wichtigste ist, den Pilzen die Lebensgrundlage zu entziehen, also Feuchtigkeit zu beseitigen», sagt der Umweltmediziner Wiesmüller, «sonst kommen sie immer wieder.»

Bei der Familie im Einfamilienhaus wuchs der Schimmel, weil das Dach nicht korrekt abgedichtet worden war. Wegen einer offenen Bauweise kam es zu einem Kamineffekt, warme, feuchte Luft drang aus den Innenräumen in das Dach und kondensierte an den kalten Oberflächen des Daches.

Weiterführende Informationen des Bundesamts für Gesundheit: http://nzz.to/1TdyUz7


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